Elegante Innovation

Dieser Tage kommt ein Film über Yves Saint Laurent in die Kinos. Die Kritiker zerreißen ihn bereits. Der Film verpasse die Gelegenheit, Saint Laurents revolutionäre Bedeutung für die Damenmode zu würdigen und konzentriere sich klischeehaft auf die Liebesgeschichte zwischen dem Createur und seinem (Geschäfts-)Partner sowie auf Saint Laurents Drogenkonsum und psychische Labilität als Motor seiner Schöpfungskraft. Meinetwegen. Gehen Sie trotzdem rein. Der Film ist fabelhaft. Ja, er erzählt eine Liebesgeschichte, die sensiblen Naturen eine Träne abringen kann. Aber obwohl Saint Laurents Kollektionen nicht das Zentrum des Interesses bilden, verrät der Film dennoch etwas über Innovation.

Dass Innovation nämlich zweierlei braucht: Sensibilität und Kühnheit beim Erdenken, Fleiß und Bodenständigkeit bei der Umsetzung. Dass Innovation weniger das neu erfundene Rad ist als Altbekanntes in einen anderen, überraschenden Zusammenhang zu stellen.

Und dass Innovation nicht zur Selbstaufgabe führen muss, sondern man sich dabei sehr treu bleiben kann. So wie die Kreationen von Yves Saint Laurent. Bei aller Revolution immer très chic und élégant.

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