Sind wir nicht alle irgendwie Sch-Macher?

Neulich in der Oper: Das Licht geht aus, erwartungsfrohes Raunen geht durch das Publikum. Das Orchester hebt an – und mit ihm der Chor der Sch-Macher.

Keine Frage: Quassler in der Oper sind nicht angenehm. Aber die Sch-Macher sind die eigentlichen Nervensägen. Ich weiß gar nicht, was an ihnen mich am meisten ärgert: Ihr Habitus, mit dem sie meinen, anderen die Welt erklären zu können? Der Wind, den sie beim Sch-Machen verbreiten? Oder die Tatsache, dass es funktioniert, ihr Sch? Obwohl es das genaue Gegenteil von der Stille ist, die sie eigentlich erreichen wollen.

Vermutlich ärgert mich am meisten, dass ich selbst eine Sch-Machererin bin. Nicht unbedingt in der Oper. Anderswo eben. Und ich schätze, Sie gehören auch zum Club. Hand aufs Herz: Wie oft tun Sie  genau das Gegenteil von dem, was Sie bei anderen erreichen möchten? Wieviel „Wind“ machen Sie dabei? Und wie oft meinen Sie, anderen erklären zu können, was Sache ist?

Aha. Keine weiteren Fragen. Der Rest ist Schweigen. Ohne Sch.

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