Heute schon entschuldigt?

Zählen Sie mal nach, wie oft Sie sich täglich für Dinge entschuldigen:

„Sorry, dass ich zu spät bin.“

„Entschuldige, dass ich Dich damit jetzt belästige…“

„Entschuldigung, aber ich muss den Termin schieben.

Haben Sie Ähnliches heute schon von sich selbst gehört?

Das liegt sicher daran, dass Sie ein gut erzogener und höflicher Mensch sind. Und, dass wir versuchen, auf diese Weise Spannungen und Konflikten vorzubeugen. In der Vorwegnahme einer Kritik bitten wir im Atemzug mit der zu entschuldigenden Aktion um Verzeihung. Das führt nicht nur dazu, dass wir uns selber Schuldgefühle machen. Im Zweifelsfall kann dadurch ein Konflikt überhaupt erst ausgelöst werden. Weil unser Gegenüber vermittelt bekommt, dass gerade ein „Fehler“ passiert, den er vergeben muss.

Juliana Breines, Psychologin an der Universität von Rhode Island empfiehlt, das „Sorry“ durch ein „Danke“ zu ersetzen. Das verändert den Blickwinkel: Die Aufmerksamkeit gilt dem freundlichen Verhalten unseres Gegenübers. Das  Verständnis unseres Gegenüber für unser vielleicht unerwünschte Verhalten wird wertgeschätzt. Und unsere Selbstachtung wird nicht unnötig strapaziert.

Also: Statt „Sorry, dass ich zu spät bin.“ ein „Danke, dass Du auf mich gewartet hast.“.

Statt „Entschuldigung, aber ich muss den Termin schieben.“ ein „Danke, dass Sie so flexibel sind und wir einen anderen Termin suchen können.“

Und statt „Entschuldige, dass ich Dich damit jetzt belästige…“ ein „Danke, dass Du Dir Zeit für mich nimmst.“

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