Bitte gib mir nur ein Wort

„Lessons Learnt“ sind ein Schlagwort, das Projektmitarbeitern oft nur ein Stöhnen abringt, Am Ende der Projektlaufzeit, wenn endlich alles einigermaßen erledigt ist auch noch Rückschau halten und womöglich alte Wunden nochmal aufreißen?

Zugegeben: Ein Lessos Learnt-Workshop bringt nur etwas, wenn Erfolge wie Rückschläge aufrichtig reflektiert werden. Für’s organisationale Lernen aber ist das unerlässlich. Ein Projekttagebuch, das mitlaufend dokumentiert, welche Höhen und Tiefen man als Team durchwandert, kann helfen, die Reflexion schon im Tun anzukurbeln und bei den abschließenden  Lessons Learnt nichts zu beschönigen oder schwärzer zu malen, als es war.

Wer für das Tagebuchschreiben nur wenig Zeit hat und express reflektieren möchte kann One line a Day -Tagebücher nutzen. Am Ende des Teammeetings die Stimmung in einem Satz zusammenzufassen schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Das klassische Abschluss-Blitzlicht und die Doku für’s das Projekttagebuch. Am Ende des Projekts kann man damit Rückschau halten Und staunen, wie alles wirklich war.

Wenn Sie mehr als ein paar Minuten haben, können Sie hier nach schönen Tagebüchern suchen: http://www.chroniclebooks.com

Hier Nachlesen, welchen Nutzen des persönliche Tagebuchschreiben stiftet. 

Und sich hier von berühmten Tagebuchschreibern inspirieren lassen.

2 Kommentare

  1. Heiko Brackmann

    Liebe Christiane,

    die Lessons Learned gehören für mich persönlich zu den am häufigsten unterschätzen Themen im Projektmanagement. Erst heute erzählte mir ein Projektmanager, der ein Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, dass er nicht gerne über seine eigenen Erfolgsstories redet – das passe nicht zur Kultur des Hauses. Sehr schade! Denn wenn es darum geht, von welchen Projekten man am meisten lernen kann, dann sind es nicht unbedingt jene, von denen täglich in der Presse berichtet wird.
    Werfen wir doch mal einen Blick auf agile Rahmenwerke, wie z.B. Scrum, die sich insbesondere als Steuerungsansätze in der sog. „VUCA-Welt“ (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität) bewähren. Hier ist es üblich, dass nach jedem Sprint (2-4 Wochen) eine Retrospektive durchgeführt wird. Ziel dieser Kommunikationsmaßnahme ist es, den Teamprozess regelmäßig und zeitnah zu reflektieren, um sukzessive besser zu werden. Wohlwissend, dass die Teamperformance ein maßgeblicher Faktor für die Zielerreichung des Projekts ist. In einem „klassischen“ Projekt ist eine derartige Maßnahme den Projektmanagern nicht verboten. Allerdings wird sie meiner Beobachtung nach so gut wie nie angewendet.
    Ich kann die Projektmanager nur ermutigen, bereits während der Projektabwicklung regelmäßig auf die Lessons Learned zu schauen. Es muss ja nicht alle 2 Wochen sein. Alle 2-3 Monate wäre für den Anfang auch okay. Meiner Erfahrung nach kommt dabei immer etwas substanzielles heraus.

    Viele Grüße

    • Christiane

      Lieber Heiko,
      tatsächlich schade, wenn die Reflexion ausbleibt, weil Menschen es nicht wagen können auszusprechen, was gut und was schlecht gelaufen ist. Meiner Erfahrung nach wird hier schnell in Extremen gedacht: Entweder Heldengeschichten erzählen oder sich in Selbstzerfleischung üben. Dabei ist der gesunde Blick zurück keins von beidem. Gefragt ist vielmehr eine nüchterne Betrachtung. Das muss man üben. So oft es eben geht. Wenn das erstmal nur alle Vierteljahre funktioniert, dann ist das eben so. Hauptsache, man fängt damit an. Und bleibt dann am Ball. Der Rest kommt dann schon.
      Lieben Gruß
      Christiane

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