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Vorfahrt eingeräumt

Tolstoi wird hin und wieder mit dem Satz zitiert: „Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern.“ Übertragen auf Führung könnte das bedeuten: Wenn Sie als Führungskraft den Impuls verspüren, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern zu wollen, dann fragen Sie sich bitte, was Sie selbst in Ihrem Führungshandeln anders machen können. Ja, das ist hart. Aber man kann es sportlich nehmen: Man darf sich guten Gewissens die Vorfahrt nehmen.

Reif genug

Führungsreife lässt sich leider nicht in einer Minute entwickeln. Einen wichtigen Schritt dahin können Sie allerdings in wenigen Sekunden tun: Indem Sie akzeptieren, dass gute Führung mit Selbstführung beginnt – und dass das eine Lebensaufgabe ist.

Ist das gelungen, können Sie sich auf den – zugegeben langen und oft mühsamen – Weg der emotionalen Reifung machen.

Ein Zeichen emotionaler Reife ist es zum Beispiel, neben den großen Plänen vor allem auf die kleinen Dinge zu schauen, die schon gut laufen. Oder aufzuhören, an Perfektion zu glauben. Den perfekten Job den perfekten Menschen, das perfekte Leben gibt es nicht. Wertschätzen aber kann man, was schon gut genug ist.

In Anerkenntnis dessen, dass Sie nicht perfekt sein können und dass es schon viele Dinge gibt, die gut laufen, können Sie im Blog der School of life überprüfen, welches der 26 Zeichen emotionaler Reife bei Ihnen zu erkennen sind.

Lust-wandeln

Nicht nur, wenn Sie gerade erste Gehversuche in Richtung Agilität unternehmen wird Ihnen schon die Mega-Wort-Wolke des kulturellen Wandels unter gekommen sein. Geschulte Führungskräfte wissen, wie wichtig der ist – und haben selten einen Plan, wie er genau funktionieren soll.

Getreu dem Motto, dass jede Veränderung mit dem ersten Schritt beginnt, könnten Sie einfach bei sich anfangen. Ja, das schmerzt. Muss es aber nicht. Sie könnten nämlich versuchen, zur Abwechslung mal dem Lustprinzip zu folgen und dadurch gewissermaßen Lust zu wandeln.  Das Prinzip ist einfach: Veränderung kann kann auf zweierlei Weise angegangen werden: Leid lindern oder Freude steigern. Beginnen Sie mit Letzterem. Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Ihr – ja, Ihr –  Wohlbefinden steigern. Ein anständiger Espresso nach dem Essen? Ein Blumenstrauß auf dem Schreibtisch? Ein Meeting an der frischen Luft? Sorgen Sie dafür, dass Sie bekommen, was Ihnen gut tut. Schauen Sie, was Ihre gute Laune mit den anderen macht. Animieren Sie die anderen, es Ihnen gleich zu tun. Lustwandeln Sie alle auf Teufel komm raus. Reden Sie drüber. Und staunen Sie darüber, was es mit der Atmosphäre macht. Wenn Sie genug gestaunt haben,  arbeiten Sie sich langsam an die schwierigeren Veränderungsaufgaben heran. Nach dem gleichen Prinzip.

Wenn Sie mehr als eine Minute haben, können Sie bei John-Paul Flintoff nachlesen „Wie man die Welt verändert“. Oder bei Svenja Hofert und Claudia Thonet erfahren, wie „Der agile Kulturwandel“ funktionieren kann.

Frühlingsgefühle

Das Kitzeln der ersten warmen Sonnenstrahlen im Gesicht.

Die Freude über die blühenden Tulpen im Garten.

Die Lust auf den ersten Sommerdrink.

Die Melancholie, dass die Magnolienblüte nur so kurz dauert.

Die Überraschung, wenn die Nächte kälter sind als gedacht.

Die Versuchung, doch schon Schoko-Ostereier zu futtern.

Die Ernüchterung, dass das neue Jahr schon wieder drei Monate alt ist.

Management-Detox

Wenn Sie im Rahmen Ihrer Management-Aufgaben den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, könnten Sie die Fastenzeit nutzen, um sich von Ballast zu befreien und den Management-Geist zu klären. Probieren Sie ein kleines – oder auch  größeres – Management-Detox:

1.  Finger weg vom Micro-Management 

Versuchen Sie in den kommenden 40 Tagen, das Kontrollieren herunter zu fahren und Ihren Mitarbeitern mehr Entscheidungen zu überlassen. Ob Gestaltung des Flyers, Entscheidung über den neuen Bürostuhl oder Fertigstellung einer Präsentation – Ihre Mitarbeiter kriegen das hin. Auch ohne Sie. Riskieren Sie was. Die Welt geht nicht unter, wenn etwas anders läuft, als Sie es sich vorgestellt hätten. Und im Zweifelsfall können Sie hinterher reflektieren was es braucht, damit es beim nächsten Mal besser klappt. Die Zeit haben Sie ja jetzt, wo Sie nicht mehr jede Entscheidung selber treffen.

2. Entschlacken Sie Ihren Sitzungsplan

Wieviel Stunden oder Tage pro Monat verbringen Sie in mehr oder weniger unproduktiven Sitzungen? Notieren Sie sich einmal, in welchen Arbeitskreisen und Gruppen Sie regelmäßig anwesend sind. Und dann überlegen Sie: Was genau ist Ihre Rolle im jeweiligen Arbeitskreis? Haben Sie ein bestimmtes Amt? Oder sind Sie „nur“ Teilnehmer? Was suchen Sie in der Gruppe? Und was können Sie beisteuern? Welchen Nutzen stiftet all das für die Arbeit Ihrer Organisation? Stellen Sie eine Hitliste auf. Und entscheiden Sie dann, was Sie  – zumindest in den kommenden 40 Tagen – nicht mehr tun.

3. Nutzen Sie nur, was Ihrem Organisationszweck wirklich gut tut

Die gleiche Übung wie bei Punkt zwei, nur bezogen auf die Managementmethoden in Ihrer Organisation. Was frisst wieviel Zeit und wieviel Energie? Was stiftet welchen Nutzen? Achtung: Nur weil etwas mühsam ist, bedeutet das nicht, dass es nichts nutzt. Und: Es geht um die Organisation, nicht um Ihre persönlichen Vorlieben. Kleiner Trost: Was Ihren Vorlieben entspricht, geht in der Regel leicht von der Hand und gibt auch Energie. Ein, zwei Schmankerl dürfen Sie sich gönnen. Aber nicht übertreiben. Sie futtern ja auch nicht den ganzen Tag Schweinebraten, nur weil er gut schmeckt.

Wenn Sie mehr als eine Minute haben, können Sie hier einen TED-Beitrag zum Thema Micro Management anschauen. Oder in den Gedankensplittern ein Mode-Mantra für Ihr Management-Detox abholen.

Scheinbar versprochen

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass agile Managementmethoden schnelle Veränderungen herbeiführen. Es ist nicht auszuschließen, dass ich auch schon etwas Ähnliches gesagt oder geschrieben haben. Ich habe jetzt nachgedacht. Sollte ich jemals ein solches Versprechen gegeben haben, habe ich mich mehr als nur versprochen, ich habe mich geirrt.

Sicher unterstützen agile Methoden die regelmäßige Reflexion und das kleinschrittige Vorgehen. Zweifellos erleichtert das das Umdenken. Aber es führt nicht zwangsläufig und schon gar nicht schnell zur Veränderung. Veränderungen gelingen, wenn es die Bereitschaft (und / oder einen ausreichend großen Veränderungsdruck) dazu gibt. Und wenn Menschen fähig sind, sich zu verändern. Das wiederum ist eine Frage der inneren Einstellung – um nicht zu sagen: der psychischen Verfassung – und der äußeren Rahmenbedingungen.

Wo die Kultur nicht agil ist, werden agile Methoden Veränderungen nicht schneller auf den Weg bringen als herkömmliche Vorgehensweisen. Wo eine Organisation hingegen innerlich beweglich ist, kann es auch jenseits agiler Ansätze ganz fix gehen.

Agile Methoden sind toll und können richtig Spaß machen. Sie unterstützen die Arbeit im unsicheren Umfeld. Aber sie sind kein Allheilmittel für all die Probleme, die man bislang auch mit herkömmlichem Management nicht in den Griff bekommen hat.

Silvestergefühle

Das Entsetzen wenn man feststellt, dass schon wieder ein Jahr vorüber ist.

Die Lust darauf, im neuen Jahr Neues anzupacken.

Die Melancholie beim Abschied vom alten Jahr.

Die Vorfreude auf die Silvesterparty.

Das peinliche Berührtsein wenn man zugeben muss, dass man maximal Knallerbsen verschießt, weil man vorm Böllern Angst hat.

Die Verwunderung darüber, das die Kinder Dinner for One einfach nicht so lustig finden wie man selbst.

Die Unsicherheit, wen man um Mitternacht als erstes umarmen soll.

Die Erleichterung, wenn man um Mitternacht vom Richtigen geküsst wurde.

Weihnachtsgefühle

Die Hoffnung auf ein diesmal friedvolles Fest mit der Familie

Das Magengrummeln – nicht nur der Kinder – vor der Bescherung.

Der Ärger über die zersprungene Christbaumkugel.

Die Enttäuschung, weil die anderen Last Christmas von Wham einfach nicht mehr hören wollen.

Die Wut, wenn der Baum mal wieder nicht gerade stehen will.

Die Trägheit nach dem üppigen Weihnachtsessen.

Die Angst vor dem Christbaumbrand.

Das sehnsüchtige Warten auf Schnee am Heiligabend.

Welche Weihnachtsgefühle kennen Sie?

Mit Vorsatz

Ob auf der Firmenweihnachtsfeier, am Silvesterabend oder beim ersten Wiedersehen im neuen Jahr, irgendwann kommt sie, die Frage nach den guten Vorsätzen für’s neue Jahr. Falls Sie nicht nonchalant lächelnd mit „Keine Vorsätze für dieses Jahr“ antworten wollen oder können, sondern tatsächlich welche gefasst haben, hier ein paar Tricks die Ihnen helfen, Ihre Vorsätze zumindest über die ersten Januartage hinaus zu verfolgen:

Sich selbst bestärken

Niemand sagt, dass Vorsätze immer auf eine Veränderung abzielen müssen. Man darf sich auch vornehmen, etwas Gutes beizubehalten.  Das verringert Frusterlebnisse und ermutigt zu mehr.

Sagen, was sein soll – nicht, was zu unterlassen ist

Ein alter Hut, aber wirksam: Formulieren Sie positive Sätze. Also: „Ich möchte meinen Kollegen mehr Komplimente machen“ statt „Ich will nicht mehr über die anderen lästern“ oder „Ich möchte intensive Gespräch mit meinen  Mitarbeitern führen“ statt „Ich möchte die zwischen Tür und Angel-Absprachen abstellen“.

Bescheiden bleiben

Ein, zwei Vorsätze reichen völlig aus. Weil man sich viel mehr ohnehin nicht ständig bewusst machen  kann. Weil Veränderung viele kleine Schritte braucht. Und weil es viel weniger frustrierend ist, wenn man, falls es doch nicht klappt, nur einen Vorsatz über Bord werfen muss.

Unfallschutz

Das Magazin Brand Eins postete neulich auf Instagram ein Zitat von Wolf Lotter. Die Aussage war, dass Distanz zueinander wichtig sei, weil man dadurch persönliche und geschäftliche Auffahrunfälle vermeide. Ich kann dem nicht wirklich zustimmen. Nicht nur, weil es beim Thema Nähe und Distanz für mich kein Entweder – Oder gibt, sondern allenfalls ein Sowohl – als – auch. Vor allem weil ich glaube, dass dass man keineswegs konfliktfrei lebt, nur weil man die Distanz zu anderen wahrt. Konflikte kriegen wir für gewöhnlich ganz ohne andere Menschen hin. Etwa, weil wir innere Konflikt nach außen tragen und auf andere projizieren.  Wir produzieren quasi Auffahrunfälle mit uns selbst. Wie bitte soll man die vermeiden? Durch Distanz zu sich selbst? Meinetwegen, wenn die Distanz gemeint ist, die es für die nötige Reflexion braucht. Wenn es aber bedeutet, unnahbar zu werden, um sich nicht verletzten zu lassen- unter gar keinen Umständen.