Alle Artikel von Christiane

Scheinbar versprochen

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass agile Managementmethoden schnelle Veränderungen herbeiführen. Es ist nicht auszuschließen, dass ich auch schon etwas Ähnliches gesagt oder geschrieben haben. Ich habe jetzt nachgedacht. Sollte ich jemals ein solches Versprechen gegeben haben, habe ich mich mehr als nur versprochen, ich habe mich geirrt.

Sicher unterstützen agile Methoden die regelmäßige Reflexion und das kleinschrittige Vorgehen. Zweifellos erleichtert das das Umdenken. Aber es führt nicht zwangsläufig und schon gar nicht schnell zur Veränderung. Veränderungen gelingen, wenn es die Bereitschaft (und / oder einen ausreichend großen Veränderungsdruck) dazu gibt. Und wenn Menschen fähig sind, sich zu verändern. Das wiederum ist eine Frage der inneren Einstellung – um nicht zu sagen: der psychischen Verfassung – und der äußeren Rahmenbedingungen.

Wo die Kultur nicht agil ist, werden agile Methoden Veränderungen nicht schneller auf den Weg bringen als herkömmliche Vorgehensweisen. Wo eine Organisation hingegen innerlich beweglich ist, kann es auch jenseits agiler Ansätze ganz fix gehen.

Agile Methoden sind toll und können richtig Spaß machen. Sie unterstützen die Arbeit im unsicheren Umfeld. Aber sie sind kein Allheilmittel für all die Probleme, die man bislang auch mit herkömmlichem Management nicht in den Griff bekommen hat.

Silvestergefühle

Das Entsetzen wenn man feststellt, dass schon wieder ein Jahr vorüber ist.

Die Lust darauf, im neuen Jahr Neues anzupacken.

Die Melancholie beim Abschied vom alten Jahr.

Die Vorfreude auf die Silvesterparty.

Das peinliche Berührtsein wenn man zugeben muss, dass man maximal Knallerbsen verschießt, weil man vorm Böllern Angst hat.

Die Verwunderung darüber, das die Kinder Dinner for One einfach nicht so lustig finden wie man selbst.

Die Unsicherheit, wen man um Mitternacht als erstes umarmen soll.

Die Erleichterung, wenn man um Mitternacht vom Richtigen geküsst wurde.

Weihnachtsgefühle

Die Hoffnung auf ein diesmal friedvolles Fest mit der Familie

Das Magengrummeln – nicht nur der Kinder – vor der Bescherung.

Der Ärger über die zersprungene Christbaumkugel.

Die Enttäuschung, weil die anderen Last Christmas von Wham einfach nicht mehr hören wollen.

Die Wut, wenn der Baum mal wieder nicht gerade stehen will.

Die Trägheit nach dem üppigen Weihnachtsessen.

Die Angst vor dem Christbaumbrand.

Das sehnsüchtige Warten auf Schnee am Heiligabend.

Welche Weihnachtsgefühle kennen Sie?

Mit Vorsatz

Ob auf der Firmenweihnachtsfeier, am Silvesterabend oder beim ersten Wiedersehen im neuen Jahr, irgendwann kommt sie, die Frage nach den guten Vorsätzen für’s neue Jahr. Falls Sie nicht nonchalant lächelnd mit „Keine Vorsätze für dieses Jahr“ antworten wollen oder können, sondern tatsächlich welche gefasst haben, hier ein paar Tricks die Ihnen helfen, Ihre Vorsätze zumindest über die ersten Januartage hinaus zu verfolgen:

Sich selbst bestärken

Niemand sagt, dass Vorsätze immer auf eine Veränderung abzielen müssen. Man darf sich auch vornehmen, etwas Gutes beizubehalten.  Das verringert Frusterlebnisse und ermutigt zu mehr.

Sagen, was sein soll – nicht, was zu unterlassen ist

Ein alter Hut, aber wirksam: Formulieren Sie positive Sätze. Also: „Ich möchte meinen Kollegen mehr Komplimente machen“ statt „Ich will nicht mehr über die anderen lästern“ oder „Ich möchte intensive Gespräch mit meinen  Mitarbeitern führen“ statt „Ich möchte die zwischen Tür und Angel-Absprachen abstellen“.

Bescheiden bleiben

Ein, zwei Vorsätze reichen völlig aus. Weil man sich viel mehr ohnehin nicht ständig bewusst machen  kann. Weil Veränderung viele kleine Schritte braucht. Und weil es viel weniger frustrierend ist, wenn man, falls es doch nicht klappt, nur einen Vorsatz über Bord werfen muss.

Unfallschutz

Das Magazin Brand Eins postete neulich auf Instagram ein Zitat von Wolf Lotter. Die Aussage war, dass Distanz zueinander wichtig sei, weil man dadurch persönliche und geschäftliche Auffahrunfälle vermeide. Ich kann dem nicht wirklich zustimmen. Nicht nur, weil es beim Thema Nähe und Distanz für mich kein Entweder – Oder gibt, sondern allenfalls ein Sowohl – als – auch. Vor allem weil ich glaube, dass dass man keineswegs konfliktfrei lebt, nur weil man die Distanz zu anderen wahrt. Konflikte kriegen wir für gewöhnlich ganz ohne andere Menschen hin. Etwa, weil wir innere Konflikt nach außen tragen und auf andere projizieren.  Wir produzieren quasi Auffahrunfälle mit uns selbst. Wie bitte soll man die vermeiden? Durch Distanz zu sich selbst? Meinetwegen, wenn die Distanz gemeint ist, die es für die nötige Reflexion braucht. Wenn es aber bedeutet, unnahbar zu werden, um sich nicht verletzten zu lassen- unter gar keinen Umständen.

Kritzeln erlaubt

Mittwochnachmittag, schon zwei Stunden im Meeting, kein Ende in Sicht. Der Stift gleitet über das Papier und produziert eine Kritzelei nach der anderen…..

Völlig zu Unrecht werden diese kleinen Kunstwerke mit Langeweile und mangelnder Konzentration assoziiert. Forscher der Universität Plymouth haben heraus gefunden, dass die Kitzler unter uns bis zu 29% mehr an Informationen behalten können als die Nicht-Kitzler. Überdies verraten die Bildchen etwas über unser Seelenleben.

Ein Haufen aus leeren Kreisen etwa deutet auf Kreativität hin, Zickzackmuster auf  – wer hätte es gedacht – einen kämpferischen Charakter.

Weitere Interpretationsmöglichkeiten finden Sie hier.  Dass Kritzeln wahre Kunst sein kann, sehen Sie hier. Und die Studie von Jackie Andrade von der University of Plymouth gibt es hier.

Gut geerdet

In einem Magazin las ich neulich ein Interview mit einer erfolgreichen Marketingfrau. Auf die Frage, warum sie ihren Job mache, antwortete sie: Weil ich Marketing kann. Und weil ich von irgendetwas leben muss.

Ich finde das erfrischend. Im Heer all der Menschen, die meinen, vor allem für den Spaß und nicht für den Lebensunterhalt arbeiten und dabei bis in die Haarspitzen für ihre Arbeit brennen zu müssen, ist das mutig und frech.

Selbstverständlich ist nichts falsch daran, Spaß an der Arbeit zu haben und mit Leidenschaft bei der Sache zu sein. Aber Arbeit ist eben auch Broterwerb und das ist ein respektabler Grund dafür, einen  Beruf auszuüben. Sich falsch zu fühlen, weil man beruflich nicht die persönliche Leidenschaft lebt, ist Blödsinn. Diejenigen zu bedauern, die „nur“ wegen des Geldes arbeiten gehen, finde ich vermessen. Leidenschaft ist gut, aber kein Erfolgsgarant.

Stressen Sie sich also nicht mit der Verwirklichung eines instagramfähigen Traumjobs. Nicht jeder kann vom Schneider zum Schreiber umsatteln. Und bitte, liebe Personalverantwortliche: Hört auf nach Mitarbeitern zu suchen, die vor Leidenschaft brennen. Stellt auch diejenigen ein, die auf die Frage , warum sie den Job wollen, sehr geerdet antworten: Weil ich von irgendetwas leben muss.

Warum Leidenschaft nicht unbedingt ein Erfolgsfaktor sein muss ist übrigens  Gegenstand meiner Kolumne „Lieber leidenschaftslos“

 

Veränderung in 60 Sekunden

Veränderung ist möglich. Schneller und einfacher als man denkt. Nicht unbedingt der eine ganz große Lebensplan, sondern viele kleine Schritte machen sie möglich. Die richtige Idee dazu ist schon der erste Schritt. Hier finden Sie Beispiele und Anregungen für solche ersten Ideen. Damit Sie Ihr Leben und Arbeiten in einer Minute reicher machen können.

Schöner Müßiggang

Irgendwie hat man es ja gewusst: Langeweile und Nichtstun sind wohltuend. Hirnforscher bestätigen: Pausen machen produktiv. Unser Gehirn nutzt nicht nur den nächtlichen Schlaf, um Erlebtes zu verarbeiten und neue Synapsen zu bilden. Ebenso sind bewusst erlebte Ruhezeiten dazu geeignet, Verbindungen im Hirn wachsen zu lassen und unsere Kreativität und Produktivität anzukurbeln.

Das sog. aufgabenunabhängige Denken – wenn die Gedanken ziellos streifen dürfen und wir ins Tagträumen geraten – ist produktives Nichtstun, bei dem Stress abgebaut wird.

3 Dinge, um sich im süßen Nichtstun zu üben:

Verlagern Sie Ihre Mittagspause nach draußen – also weg vom Schreibtisch und der Kantine, raus auf die Parkbank oder ins Bistro um die Ecke. Und auf dem Weg dahin: Den Spatzen bei Pfeifen zuhören. Wolkenbilder erraten. Kastanien wegkicken. Schneeflocken mit der Zunge einfangen….

Machen Sie alle 90 Minuten eine kurze Pause. Das ist nicht nur der Rhythmus unseres REM-Schlafes, sondern auch der Takt, in dem uns Tagträume kommen und die Zeitspanne, die wir uns maximal auf ein Thema konzentrieren können.

Üben Sie, „nutzlose“ Dinge zu tun. Wenn Sie gern Schildkröten aus Walnusshälften basteln oder Kronenkorken bemalen – nur zu. Es dient dazu, unsere Lust am Arbeiten aufrecht zu erhalten.

Wenn Sie mehr als 1 Minute haben und mehr zum Thema Ruhe und Müßiggang lesen möchten, schauen Sie mal in diesen Artikel aus der Zeit. Und dass das Thema ein echter Dauerbrenner ist, zeigt ein Text von Siegfried Lenz.