Gedankensplitter

Adventsgefühle

Die Spannung beim Öffnen des Adventskalendertürchens.

Die Panik wenn man merkt, dass man für die beste Freundin das Geschenk vergessen hat.

Die Erleichterung, wenn man feststellt, dass der Paketdienst auch am Heiligabend ausliefert.

Das lustvolle Planen des Weihnachtsessens.

Die geheime Freude, dass die Tage bald wieder länger werden.

Tue Gutes und schweige darüber

Ich habe ein Problem mit Wohltaten zu Weihnachten. Genauer gesagt habe ich das Problem mit dem Zur Schau Stellen von Wohltaten an Weihnachten. Natürlich gibt es zahlreiche tolle Hilfsprojekte und Organisationen, die großartige Arbeit leisten und die dafür Unterstützung verdienen. Und natürlich ist es besser, wenigstens an Weihnachten Hilfe zu leisten, als gar nicht zu spenden. Aber muss man das besonders betonen? Mal abgesehen davon, dass ich das Motto „Tue Gutes und rede darüber“ ohnehin schwierig finde, erscheint mir der Hinweis vieler Unternehmen auf die eigene Spendenfreudigkeit ausgerechnet an Weihnachten eher als Armutszeugnis. Wenn sich das soziale Gewissen (oder der Steuerberater mit dem Hinweis, dass ein paar Ausgaben im noch laufenden Jahr günstig wären) schon nur an Weihnachten meldet, dann ist das für mich eher ein Grund darüber zu schweigen – und bei passender Gelegenheit mal darüber nachzudenken, was  den Rest des Jahres mit dem erwirtschafteten Gewinn so passiert oder passieren könnte.

Herbstgefühle

Das Bibbern, wenn man sich in der Temperatur verschätzt und die Jacke zuhause gelassen hat.

Die Gaudi, ganz viele Knallerbsen auf einmal zerspringen zu lassen.

Die Lust, in die Pilze zu sammeln gepaart mit der Sorge, doch einen giftigen erwischt zu haben.

Das Erschrecken beim lauten Knall der Kastanie auf dem Autodach.

Die Wehmut, dass es morgens beim Aufstehen wieder dunkel ist.

Die Erleichterung, bei schlechtem Wetter nun guten Gewissens den ganzen Sonntag mit der Kuscheldecke auf dem Sofa lümmeln zu können.

Die Wonne, die Füße in ein warmes Fußbad zu stecken.

Vorfahrt eingeräumt

Tolstoi wird hin und wieder mit dem Satz zitiert: „Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern.“ Übertragen auf Führung könnte das bedeuten: Wenn Sie als Führungskraft den Impuls verspüren, Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern zu wollen, dann fragen Sie sich bitte, was Sie selbst in Ihrem Führungshandeln anders machen können. Ja, das ist hart. Aber man kann es sportlich nehmen: Man darf sich guten Gewissens die Vorfahrt nehmen.

Frühlingsgefühle

Das Kitzeln der ersten warmen Sonnenstrahlen im Gesicht.

Die Freude über die blühenden Tulpen im Garten.

Die Lust auf den ersten Sommerdrink.

Die Melancholie, dass die Magnolienblüte nur so kurz dauert.

Die Überraschung, wenn die Nächte kälter sind als gedacht.

Die Versuchung, doch schon Schoko-Ostereier zu futtern.

Die Ernüchterung, dass das neue Jahr schon wieder drei Monate alt ist.

Scheinbar versprochen

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass agile Managementmethoden schnelle Veränderungen herbeiführen. Es ist nicht auszuschließen, dass ich auch schon etwas Ähnliches gesagt oder geschrieben haben. Ich habe jetzt nachgedacht. Sollte ich jemals ein solches Versprechen gegeben haben, habe ich mich mehr als nur versprochen, ich habe mich geirrt.

Sicher unterstützen agile Methoden die regelmäßige Reflexion und das kleinschrittige Vorgehen. Zweifellos erleichtert das das Umdenken. Aber es führt nicht zwangsläufig und schon gar nicht schnell zur Veränderung. Veränderungen gelingen, wenn es die Bereitschaft (und / oder einen ausreichend großen Veränderungsdruck) dazu gibt. Und wenn Menschen fähig sind, sich zu verändern. Das wiederum ist eine Frage der inneren Einstellung – um nicht zu sagen: der psychischen Verfassung – und der äußeren Rahmenbedingungen.

Wo die Kultur nicht agil ist, werden agile Methoden Veränderungen nicht schneller auf den Weg bringen als herkömmliche Vorgehensweisen. Wo eine Organisation hingegen innerlich beweglich ist, kann es auch jenseits agiler Ansätze ganz fix gehen.

Agile Methoden sind toll und können richtig Spaß machen. Sie unterstützen die Arbeit im unsicheren Umfeld. Aber sie sind kein Allheilmittel für all die Probleme, die man bislang auch mit herkömmlichem Management nicht in den Griff bekommen hat.

Silvestergefühle

Das Entsetzen wenn man feststellt, dass schon wieder ein Jahr vorüber ist.

Die Lust darauf, im neuen Jahr Neues anzupacken.

Die Melancholie beim Abschied vom alten Jahr.

Die Vorfreude auf die Silvesterparty.

Das peinliche Berührtsein wenn man zugeben muss, dass man maximal Knallerbsen verschießt, weil man vorm Böllern Angst hat.

Die Verwunderung darüber, das die Kinder Dinner for One einfach nicht so lustig finden wie man selbst.

Die Unsicherheit, wen man um Mitternacht als erstes umarmen soll.

Die Erleichterung, wenn man um Mitternacht vom Richtigen geküsst wurde.

Weihnachtsgefühle

Die Hoffnung auf ein diesmal friedvolles Fest mit der Familie

Das Magengrummeln – nicht nur der Kinder – vor der Bescherung.

Der Ärger über die zersprungene Christbaumkugel.

Die Enttäuschung, weil die anderen Last Christmas von Wham einfach nicht mehr hören wollen.

Die Wut, wenn der Baum mal wieder nicht gerade stehen will.

Die Trägheit nach dem üppigen Weihnachtsessen.

Die Angst vor dem Christbaumbrand.

Das sehnsüchtige Warten auf Schnee am Heiligabend.

Welche Weihnachtsgefühle kennen Sie?