Ziemlich persönlich

Fundgrube für’s Arbeiten, Leben, Lieben

Tipps für Ihren Managementalltag, meine im Anzeiger für die Seelsorge erschienenen Kolumnen, Lieblingsstücke aus dem Bücherregal oder dem world wide web. Hier gibt es ziemlich persönliche Gedanken. Zum Weiterdenken und ausprobieren.

Neue Organisationsentwicklung

Kylie Jenner ist Teil des omnipräsenten Kardashians-Clans, Supra-Influenzerin und mit 22 jüngste Milliardäre der Welt. Für Äußerungen zur Persönlichkeitsentwicklung ist sie bislang nicht bekannt. In einem Interview aber war sie kürzlich mit einem Satz zu lesen, den ich für wirklich bemerkenswert halte. Sie sagte, es sei verrückt, wie sehr man einen anderen Menschen dazu inspirieren könne, er selbst zu sein – oder einfach der zu sein, der er sein will. Dabei spielte sie darauf an, dass sie vor einigen Jahren mit einer blau gefärbten Kurzhaarfrisur einen Modetrend setzte.

Mich interessieren weniger die blauen Haare als der Unterschied, den Kylie benennt: man kann versuchen zu werden, wer man ist – oder man kann versuchen, zu werden, wer man sein will.

Entwicklung von innen oder von außen
Im Kontext von Persönlichkeitsentwicklung reden wir hier über zwei völlig verschiedene Ansätze.
Im ersten – ich werde, wer ich wirklich bin – geht es darum, durch Selbsterkenntnis zum wahren Selbst zu finden. Der Weg dorthin ist vor allem ein innerer Weg, gespeist aus einer inneren Quelle, zu der man sich oft mühsam vorarbeiten muss.
In Variante 2 – ich werde, wer ich sein will – geht es darum, sich quasi selbst zu erfinden, bei Bedarf auch immer wieder neu. Der Weg ist eher ein äußerlicher, orientiert an Bildern, die man von sich entwirft.
Ich will die unterschiedlichen Varianten nicht bewerten, sicher erfüllen beide einen Sinn.
Klar scheint mir aber zu sein, dass die zweite Variante stärker der Logik einer an  Optimierung interessierten Gesellschaft entspricht und das Risiko birgt, vor allem das Ego und die Selbstdarstellung zu nähren, während Variante 1 gewissermaßen demütig und dankend anerkennt, dass und wie man ist und durch Annahme dessen seinen Platz in nichts geringerem als dem Universum findet. Es ist der  spirituellere, aber eben auch viel weniger greifbare Weg.

Organisationsentwicklung ist die Persönlichkeitsentwicklung der Organisation
Interessanterweise lassen sich diese Ansätze auch in der Organisationsentwicklung finden.
Da gibt es die, die nach Impulsen von außen fragen, die Modelle anhand von Best practices entwerfen und die Organisation entsprechend gestalten und umbauen. Das ist spannend und eröffnet Gestaltungsmöglichkeiten. Und natürlich ist eine Beachtung des Umfelds wichtig und es wäre unvernünftig, Anforderungen von außen keine Beachtung zu schenken. Allerding bedeutet dieser Weg auch, sich immer wieder anzupassen, stets neu zu fragen, wer man als Organisation sein will und sich im Zweifelsfall immer wieder komplett umzubauen.
Demgegenüber erscheint mir der erste, der “innere Weg” als der nachhaltigere, der Organisationen langfristig gesünder und stabiler, weil selbst-sicherer macht.
Und er erscheint mir als einer, der dazu beitragen kann, die Arbeitswelt tatsächlich neu und anders zu gestalten.
Der innere Weg der Organisationsentwicklung öffnet die Türen zu einer neuen Arbeitswelt
Organisationen, die sich auf den Weg machen, zu werden, wer sie wirklich sind, fragen nach ihren Potenzialen und Möglichkeiten. Sie anerkennen Grenzen und verabschieden sich von Maßlosigkeit und Machbarkeitswahn.
Organisationen, die sich auf den Weg machen, zu werden, wer sie wirklich sind, erfinden nicht ihr Why, sie fragen danach. Sie entwerfen keine Story, sondern sie schauen ihre Geschichte an und beschreiben, was ist.
Sie wählen Management-Methoden, die zu ihren passen und passen sich nicht einer Mode an. Sie suchen Menschen und Gelegenheiten, die ihnen auf ihrem Weg zu sich selbst behilflich sind und Entwicklung unterstützen.
Organisationen, die diesen Entwicklungsweg einschlagen, fordern sich, aber vermeiden Überforderung. Sie geben sich die Chance authentisch zu sein und damit vertrauenserweckend. Sie wenden sich den Menschen, die in ihnen leben und arbeiten zu und verstehen die Beziehungen der Menschen der Organisation untereinander als Herzstück der Organisation.

Haben Sie Interesse daran, die Türen zur neuen Arbeitswelt zu öffnen und Ihre Organisation zu dem werden zu lassen, was sie wirklich ist? Gerne begleite ich Sie auf Ihrem Weg. Sprechen Sie mich einfach an.