Ziemlich persönlich

Fundgrube für’s Arbeiten, Leben, Lieben

Tipps für Ihren Managementalltag, meine im Anzeiger für die Seelsorge erschienenen Kolumnen, Lieblingsstücke aus dem Bücherregal oder dem world wide web. Hier gibt es ziemlich persönliche Gedanken. Zum Weiterdenken und ausprobieren.

Apropos: Anders Führen

Führungskonzepte gibt es viele – leider passen sie in den seltensten Fällen vollständig zur eigenen Situation. Sei es, dass die dahinter liegende Philosophie schlecht zu den eigenen Wertvorstellungen passt oder dass sie der Logik des jeweiligen Organisationsmodells widersprechen. Auch der Ansatz des Führens mit neuer Autorität ist zunächst nichts anderes als ein weiteres Konzept. In einem Punkt aber erscheint es anders und damit besonders interessant.

Führung als Beziehung verstehen

Führung und Autorität werden darin als Beziehungsgeschehen verstanden, nicht als Frage von Über- oder Unterordnung. Was von Haim Omer, Professor für Klinische Psychologisch an der Universität Tel Aviv für den pädagogischen Bereich vor mehr als 12 Jahren entwickelt wurde, lässt sich auf Führungsbeziehungen übertragen. Das Konzept passt nicht nur, wenn, wie in Projekten,  jenseits hierarchischer Strukturen geführt wird. Auch innerhalb bestehender Hierarchien kann dem Beziehungsgeschehen Vorfahrt eingeräumt werden. Um Zumutungen der starren Hierarchie besser zu schultern. Oder, um Entwicklung in fixe Organigramme zu bringen und ganz Organisationen in Bewegung zu setzen.

Sieben Elemente, die eigentlich immer gehen

Zentral für die Beziehungsgestaltung nach diesem Konzept sind sieben Elemente:

  • Präsenz
  • Selbstführung
  • Führungskoalition
  • Wiedergutmachung
  • Transparenz
  • Beharrlichkeit und Deeskalation
  • Reflexion

Diese Elemente sind vor allem Ausdruck einer inneren Haltung, die auf Begegnung und Beziehung setzt. Sie können grundsätzlich von jedem zu jeder Zeit praktiziert werden – vorausgesetzt man sucht Beziehung und ist bereit, sich auf den dazu gehörenden persönlichen Entwicklungsweg zu machen. Das zentrale „Tool“ dieses Konzepts nämlich ist – und das ist zugegebenermaßen die Herausforderung – die führende Person selbst. Es gilt, sich selbst gut zu kennen und zu „beherrschen“.

Neugierig geworden? Dann schauen Sie wieder vorbei. Stück für Stück werden in den kommenden Wochen  an dieser Stelle die sieben Elemente kurz erklärt.

Wenn Sie nicht warten wollen: Das Buch Mit neuer Autorität in Führung von  Frank. H. Baumann-Habersack erläutert den Ansatz sehr kompakt und klar.