Apropos: Der Sommer liebt Veränderung

Frisch ans Werk

Nach dem Urlaub sind die meisten Menschen nicht nur gut erholt, sondern oft auch voller Tatendrang. Wie beim kalendarischen Jahreswechsel im Winter sind die Wochen der Sommerpause eine Zäsur, die dazu einlädt, Altes über Bord zu werfen und Neues zu probieren. Wer diese Energie spürt und aufgreift, kann Arbeitsbeziehungen stärken und Teams beflügeln.

Die Sommerurlaubszeit sorgt unter anderen deshalb für Entspannung, weil sie den Ausbruch aus Routinen ermöglicht und Abwechslung und Veränderung gerade erwünscht sind.

Erlebnisse auf Reisen öffnen Horizonte und führen zu Sichtwechseln. Plötzlich wird klarer, was im Alltag nervt und belastet. Zugleich zeigt sich, dass soviel anderes und soviel mehr möglich ist, als man kennt. Das bildet den Nährboden für Ausstiegsphantasien ebenso wie für gute Vorsätze. Und es macht optimistisch, Veränderungen tatsächlich ins Leben integrieren zu können.

Als Führungskraft sind Sie gut beraten, die Veränderungswünsche Ihrer Mitarbeiter zu kennen und zu unterstützen. Und diese Energie auch für Ihr Team zu nutzen.

4 Tips, wie Sie die Sommerenergie für bessere Arbeitsbeziehungen nutzen können

Hinhören 

Am Anfang steht das Hinhören. Was erzählen Ihre Mitarbeiter vom Urlaub? Welche Freuden werden deutlich und welche Sehnsüchte? Welche Vorsätze wurden gefasst? Auch wenn Verhaltenstherapeuten eigentlich das Gegenteil bescheinigen (nur eine von fünf Personen hält eine Verhaltensänderung auf Dauer tatsächlich durch): Nehmen Sie ernst, was Sie hören. Zeigen Sie Interesse an Träumen und Plänen, fragen Sie nach Hintergründen. Die Antworten kommen leichter, wenn Sie Ihrerseits von Ihren Sommervorsätze berichten. Genießen Sie den Austausch. Er schafft Nähe, sie lernen sich besser kennen und lernen etwas über das, was Ihre Mitarbeiter antreibt oder blockiert.

Unterstützen

Leisten Sie Unterstützung, wo es im Rahmen Ihrer Möglichkeiten liegt. Ein Mitarbeiter wünscht sich mehr Bewegung und würde fortan gerne in der Mittagspause spazieren gehen? Erinnern Sie ihn daran und sprechen Sie ab, wie die Pausenzeiten flexibler gestaltet werden können. Jemand will künftig seinen Posteingang besser organisieren? Stellen Sie Kontakt zu einem Kollegen her, der das gut im Griff hat. Oder prüfen Sie, ob sich ggf. ein entsprechendes Training für das gesamte Team lohnt.

Ideen aufsammeln – und stehen lassen

Nach dem Urlaub haben alle viel zu erzählen. Nutzen Sie die Sommergeschichten, um alle miteinander in Kontakt zu bringen und fordern Sie im Zuge dessen dazu auf, Verbesserungsvorschläge für die Zusammenarbeit einzubringen. Heben Sie die individuelle Reflexion, die in der Sommerpause mehr oder weniger bewusst stattgefunden hat auf die Ebene des Teams. Aber gehen Sie mit den Sommerideen achtsam um: Wissend, dass viele Vorsätze schnell versanden, können Sie die Ideen rufen lassen und etwa zum Jahreswechsel wieder hervorholen. Was dann wieder genannt wird, lohnt einen genaueren Blick.

Ziele jetzt vereinbaren

Zielvereinbarungsgespräche finden häufig zu Beginn des Jahres, mitten im Winter statt. Oder, wenn die Terminnot groß ist, im Frühjahr oder vor dem Sommer. Die guten Sommervorsätze laden aber besonders dazu ein, anders zu denken und Neues auszuprobieren. Dazu kommt, dass Mitarbeiter jetzt leichter die Initiative ergreifen und Ziele aktiver mit entwickeln. Was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass daran gearbeitet wird.